In deutschen Haushalten kennt man das Problem: altes Brot landet oft im Müll, obwohl es sich wunderbar verwerten lässt. Omas Brotpudding ist die perfekte Lösung gegen Lebensmittelverschwendung und ein Klassiker, der Generationen überdauert hat. Diese traditionelle Süßspeise wird im Wasserbad – einer Garmethode, bei der die Form in einem größeren Behälter mit Wasser steht – besonders saftig und cremig. Das Wasserbad sorgt dafür, dass die Hitze gleichmäßig verteilt wird und der Pudding nicht austrocknet. Mit einfachen Zutaten, die meist im Vorratsschrank zu finden sind, entsteht ein köstliches Dessert, das warm oder kalt serviert werden kann.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Das alte Brot vorbereiten
Schneidet das alte Brot oder die Brötchen in etwa 2 cm große Würfel. Wenn das Brot noch nicht ganz trocken ist, könnt ihr die Würfel kurz im Ofen bei 100 Grad rösten, damit sie besser die Flüssigkeit aufnehmen. Gebt die Brotwürfel in eine große Schüssel und lasst sie beiseite.
2. Die Milchmischung zubereiten
Erwärmt die Milch in einem Topf, bis sie lauwarm ist – sie sollte nicht kochen. Gebt die warme Milch über die Brotwürfel und lasst alles etwa 15 Minuten ziehen. Das Brot saugt sich dabei mit der Milch voll und wird schön weich. Drückt gelegentlich mit einer Gabel auf die Brotstücke, damit sie die Flüssigkeit gleichmäßig aufnehmen.
3. Die Eiermasse herstellen
Trennt die Eier und gebt die Eigelbe in eine separate Schüssel. Fügt den Zucker, den Vanillezucker, den Zimt und die geriebene Zitronenschale hinzu. Verquirlt alles mit einem Schneebesen, bis eine cremige, hellgelbe Masse entsteht. Diese Mischung gibt dem Brotpudding seine wunderbare Bindung und seinen charakteristischen Geschmack.
4. Eiweiß steif schlagen
Schlagt das Eiweiß mit einem Handrührgerät oder einer Küchenmaschine zu steifem Schnee. Der Eischnee – so nennt man steif geschlagenes Eiweiß – ist fertig, wenn ihr die Schüssel umdrehen könnt, ohne dass etwas herausfällt. Der Eischnee macht den Brotpudding später besonders luftig und locker.
5. Alles zusammenfügen
Gießt die Eigelbmasse über das eingeweichte Brot und vermischt alles vorsichtig. Gebt nun die Rosinen dazu und rührt sie unter. Hebt zum Schluss den Eischnee vorsichtig mit einem Teigschaber unter die Masse. Dabei solltet ihr von unten nach oben arbeiten, damit der Eischnee nicht zusammenfällt und seine Luftigkeit behält.
6. Die Form vorbereiten
Heizt den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vor. Fettet eine Auflaufform großzügig mit Butter ein. Achtet darauf, dass ihr auch die Ränder gut einfettet, damit sich der Pudding später leicht lösen lässt. Füllt die Brotmasse in die vorbereitete Form und streicht die Oberfläche glatt.
7. Das Wasserbad einrichten
Stellt die gefüllte Auflaufform in eine größere, ofenfeste Form. Gießt heißes Wasser in die größere Form, bis es etwa zur Hälfte der kleineren Form reicht. Das Wasserbad ist wichtig, damit der Brotpudding saftig bleibt und nicht austrocknet. Die indirekte Hitze durch das Wasser sorgt für eine gleichmäßige, schonende Garung.
8. Im Ofen backen
Schiebt das Wasserbad mit beiden Formen vorsichtig in den vorgeheizten Ofen. Backt den Brotpudding etwa 50 Minuten, bis die Oberfläche goldbraun ist und der Pudding in der Mitte fest geworden ist. Macht die Stäbchenprobe: stecht mit einem Holzstäbchen in die Mitte – wenn es sauber herauskommt, ist der Pudding fertig.
9. Abkühlen und servieren
Nehmt die Form vorsichtig aus dem Wasserbad und lasst den Brotpudding etwa 10 Minuten abkühlen. Bestäubt die Oberfläche großzügig mit Puderzucker. Der Pudding schmeckt warm besonders köstlich, kann aber auch kalt serviert werden. Schneidet ihn in Portionen und serviert ihn auf vorgewärmten Tellern.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr keine Rosinen mögt, könnt ihr sie durch getrocknete Cranberries, Aprikosenstücke oder Schokoladenstückchen ersetzen. Für eine besonders aromatische Variante weicht die Rosinen vorher 30 Minuten in Rum ein – das gibt dem Brotpudding eine erwachsene Note. Achtet darauf, dass das Wasser im Wasserbad während des Backens nicht verdampft. Gießt bei Bedarf heißes Wasser nach. Verwendet wirklich altes, trockenes Brot, denn frisches Brot wird matschig und ergibt nicht die richtige Konsistenz.
Die perfekte Begleitung zum Brotpudding
Zu diesem klassischen deutschen Dessert passt hervorragend ein süßer Dessertwein wie eine deutsche Spätlese oder Auslese aus der Pfalz oder von der Mosel. Die fruchtige Süße und die leichte Säure harmonieren perfekt mit der cremigen Konsistenz des Puddings. Alternativ ist eine heiße Vanillesauce die traditionelle Begleitung, die den Pudding noch saftiger macht. Für Kaffeeliebhaber empfiehlt sich ein milder Cappuccino oder ein Milchkaffee, dessen cremige Note die Süße des Desserts ausgleicht. Kinder freuen sich über ein Glas kalte Milch oder einen heißen Kakao.
Zusätzliche Info
Der Brotpudding hat eine lange Tradition in der deutschen Hausmannskost und entstand aus der Notwendigkeit, nichts zu verschwenden. In Zeiten, als Lebensmittel knapp und wertvoll waren, entwickelten findige Hausfrauen Rezepte, um auch altes Brot noch schmackhaft zu verwerten. Omas Brotpudding ist ein perfektes Beispiel für diese Resteverwertung – die kreative Nutzung übrig gebliebener Zutaten. In verschiedenen Regionen Deutschlands gibt es unterschiedliche Varianten: In Norddeutschland wird oft mehr Zimt verwendet, im Süden kommen manchmal Äpfel oder Birnen hinzu. Die Zubereitung im Wasserbad ist eine klassische Methode, die auch bei französischen Flans und englischen Puddings angewendet wird. Sie garantiert eine besonders zarte, cremige Konsistenz. Heute erlebt der Brotpudding eine Renaissance, da immer mehr Menschen Wert auf Nachhaltigkeit legen und Lebensmittelverschwendung vermeiden möchten.



