Der russische Zupfkuchen gehört zu den absoluten Klassikern der deutschen Backkunst und begeistert seit Jahrzehnten Generationen von Kuchenliebhabern. Diese von Omas traditionellem Rezept inspirierte Version vereint einen saftigen Schokoladenteig mit einer cremigen Quarkmasse zu einem unwiderstehlichen Geschmackserlebnis. Hunderte Hobbybäcker haben dieses Rezept bereits mit Bestnoten bewertet und schwärmen von der gelungenen Balance zwischen Süße und leichter Säure. Die charakteristische Marmorierung entsteht durch das kunstvolle Verteilen der beiden Teigmassen, was dem Kuchen seinen Namen verleiht – zupfen bedeutet hier das vorsichtige Einarbeiten der Quarkmasse in den dunklen Teig. Mit wenigen Zutaten und ohne komplizierte Techniken gelingt dieser beeindruckende Kuchen selbst Backanfängern problemlos.
30
60
mittel
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Form
Den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform gründlich mit weicher Butter einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Dieser Schritt verhindert, dass der Kuchen später am Formboden kleben bleibt und erleichtert das spätere Lösen erheblich.
2. Schokoladenteig herstellen
Das Mehl mit dem Kakaopulver und Backpulver in einer Schüssel vermischen. Die weiche Butter mit 150 g Zucker schaumig rühren, bis eine helle, luftige Masse entsteht. Das Ei unterrühren und anschließend die Mehlmischung portionsweise einarbeiten. Der Teig sollte eine geschmeidige, formbare Konsistenz haben.
3. Teigboden formen
Etwa zwei Drittel des Schokoladenteigs gleichmäßig auf dem Boden der vorbereiteten Springform verteilen und leicht andrücken. Den restlichen Teig für später beiseite stellen. Mit den Fingern einen etwa 3 cm hohen Rand formen, der die Quarkmasse später umschließt.
4. Quarkfüllung zubereiten
Den Quark mit 100 g Zucker, beiden Päckchen Vanillezucker, den zwei Eiern, der Speisestärke und dem Pflanzenöl in einer sauberen Schüssel gründlich verrühren. Die Speisestärke sorgt dafür, dass die Quarkmasse beim Backen eine feste Konsistenz erhält und nicht ausläuft. Alle Zutaten sollten gut miteinander verbunden sein, ohne Klümpchen.
5. Füllung einfüllen
Die cremige Quarkmasse vorsichtig auf den Schokoladenboden gießen und gleichmäßig verteilen. Mit einem Löffel die Oberfläche glattstreichen, damit später eine ebenmäßige Optik entsteht.
6. Marmorierung erstellen
Den restlichen Schokoladenteig in kleinen Portionen auf der Quarkoberfläche verteilen. Mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen vorsichtig durch beide Massen ziehen, um das typische Marmormuster zu erzeugen. Nicht zu stark rühren, damit die Schichten erkennbar bleiben.
7. Backen
Die Form auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und etwa 60 Minuten backen. Nach 45 Minuten mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen – es sollte noch leicht feucht herauskommen. Die Oberfläche sollte goldbraun sein, aber nicht zu dunkel werden.
8. Abkühlen lassen
Den fertigen Kuchen im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Tür etwa 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend aus dem Ofen nehmen und vollständig in der Form auskühlen lassen. Dieser Schritt verhindert, dass die Quarkmasse durch zu schnelles Abkühlen zusammenfällt.
9. Servieren
Den vollständig ausgekühlten Kuchen vorsichtig aus der Springform lösen. Für besonders saubere Schnittkanten das Messer vor jedem Schnitt in heißes Wasser tauchen und abtrocknen. Der Zupfkuchen schmeckt am besten nach einigen Stunden Ruhezeit im Kühlschrank.
Tipp vom Chefkoch
Für eine intensivere Schokoladennote kann hochwertiges Kakaopulver mit höherem Kakaoanteil verwendet werden. Der Kuchen lässt sich hervorragend einen Tag im Voraus zubereiten, da er durchgezogen noch besser schmeckt. Im Kühlschrank hält er sich gut verschlossen bis zu fünf Tage. Wer es weniger süß mag, kann die Zuckermenge in der Quarkmasse um 20 g reduzieren, ohne dass die Konsistenz darunter leidet. Ein Teelöffel Rum-Aroma in der Quarkmasse verleiht dem Kuchen eine besondere Note.
Passende Getränke zum russischen Zupfkuchen
Zu diesem reichhaltigen Kuchen passt hervorragend ein frisch gebrühter Filterkaffee oder ein Cappuccino, dessen leichte Bitterkeit die Süße des Kuchens ausgleicht. Auch ein Schwarztee mit einem Schuss Milch harmoniert wunderbar mit den Aromen. Für Kinder oder Kaffeeabstinente empfiehlt sich ein Glas kalte Milch oder ein Kakao, der die Schokoladennote unterstreicht. An warmen Tagen bietet sich auch ein Eiskaffee als erfrischende Begleitung an.
Zusätzliche Info
Der russische Zupfkuchen hat trotz seines Namens keine russischen Wurzeln, sondern wurde in Deutschland entwickelt. Die Bezeichnung russisch bezieht sich vermutlich auf die Verwendung von Quark, der in der osteuropäischen Küche eine wichtige Rolle spielt. In der DDR erlangte dieser Kuchen besondere Popularität, da die Zutaten auch in Zeiten knapper Versorgung meist verfügbar waren. Die Kombination aus Schokolade und Quark war kostengünstig und dennoch geschmacklich überzeugend. Heute gehört der Zupfkuchen zu den meistgebackenen Klassikern in deutschen Haushalten und wird in unzähligen Varianten interpretiert. Manche Bäcker fügen Kirschen hinzu, andere experimentieren mit Cheesecake-Elementen. Die Grundidee bleibt jedoch immer gleich: ein dunkler Teigmantel umschließt eine cremige, helle Füllung.



