In der welt der glutenfreien backkunst gilt dieser orangen-mandel-kuchen als wahres meisterwerk. Die besonderheit dieser spezialität aus der mediterranen patisserie liegt in der verwendung ganzer orangen, die dem gebäck eine außergewöhnliche saftigkeit und ein intensives aroma verleihen. Ohne auch nur ein gramm mehl entsteht hier ein dessert, das sowohl geschmacklich als auch texturell überzeugt. Die kombination aus süßen orangen und feinen mandeln ergibt eine harmonie, die jeden gaumen begeistert. Diese traditionelle zubereitungsart stammt ursprünglich aus dem mittelmeerraum, wo zitrusfrüchte seit jahrhunderten die küche prägen. Der kuchen eignet sich hervorragend für personen mit glutenunverträglichkeit oder alle, die einfach eine alternative zu klassischen mehlbasierten backwaren suchen.
30
60
mittel
€€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. vorbereitung der orangen
Wascht die beiden bio-orangen gründlich unter warmem wasser, um eventuelle rückstände zu entfernen. Gebt die ganzen orangen mit schale in einen großen topf und bedeckt sie vollständig mit kaltem wasser. Bringt das wasser zum kochen und lasst die orangen etwa 90 minuten bei mittlerer hitze köcheln. Dieser schritt ist entscheidend, denn er macht die schale weich und entfernt die bitterstoffe. Prüft nach 90 minuten mit einem messer, ob die orangen vollständig weich sind. Nehmt die orangen aus dem wasser und lasst sie vollständig abkühlen. Dieser vorgang kann auch am vortag durchgeführt werden, was die zubereitung am backtag erheblich vereinfacht.
2. zerkleinern der orangen
Schneidet die abgekühlten orangen in grobe stücke und entfernt dabei sorgfältig alle kerne, die ihr findet. Die kerne würden dem kuchen einen bitteren geschmack verleihen. Gebt die orangenstücke mit der schale in einen mixer oder verwendet einen stabmixer in einer hohen schüssel. Püriert die orangen zu einer glatten, homogenen masse. Die konsistenz sollte einem feinen mus ähneln, ohne größere stücke. Diese orangenmasse bildet die geschmackliche basis eures kuchens und ersetzt gleichzeitig einen großen teil der feuchtigkeit, die normalerweise durch andere zutaten kommt.
3.
Heizt den backofen auf 180 grad celsius vor. Fettet eine springform mit 20 zentimeter durchmesser ein und legt den boden mit backpapier aus. In einer großen schüssel trennt ihr die eier. Das eiweiß der klare teil des eis schlagt ihr mit einer prise salz steif, bis sich feste spitzen bilden. In einer separaten schüssel verquirlt ihr die eigelbe mit dem zucker, bis die masse hell und cremig wird. Fügt das orangenpüree und den vanilleextrakt hinzu und rührt alles gut durch. Mischt die gemahlenen mandeln mit dem backpulver und hebt diese mischung vorsichtig unter die orangenmasse. Zum schluss hebt ihr das steif geschlagene eiweiß behutsam unter, damit die luftige konsistenz erhalten bleibt. Verwendet dafür am besten einen teigschaber und arbeitet mit großen, schwungvollen bewegungen von unten nach oben.
4.
Füllt den teig in die vorbereitete springform und streicht die oberfläche glatt. Stellt die form auf die mittlere schiene des vorgeheizten ofens. Backt den kuchen etwa 60 minuten, bis er goldbraun ist und sich fest anfühlt. Macht nach 50 minuten die stäbchenprobe: stecht mit einem holzstäbchen in die mitte des kuchens. Wenn es sauber herauskommt, ist der kuchen fertig. Sollte noch teig daran kleben, verlängert die backzeit um weitere 5 bis 10 minuten. Beachtet, dass dieser kuchen durch die orangen und mandeln eine dichtere konsistenz hat als klassische mehlkuchen. Lasst den kuchen nach dem backen etwa 10 minuten in der form abkühlen, bevor ihr ihn vorsichtig löst.
5.
Löst den springformrand vorsichtig und stürzt den kuchen auf ein kuchengitter. Entfernt das backpapier vom boden. Lasst den kuchen vollständig auskühlen, was etwa 2 stunden dauert. Die konsistenz verbessert sich während des abkühlens deutlich, da sich die aromen setzen und der kuchen fester wird. Kurz vor dem servieren bestäubt ihr den kuchen großzügig mit puderzucker. Verwendet dafür am besten ein feines sieb, um eine gleichmäßige verteilung zu erreichen. Der kontrast zwischen dem dunklen kuchen und dem weißen puderzucker sorgt für eine ansprechende optik.
Tipp vom Chefkoch
verwendet unbedingt bio-orangen, da die schale mitverarbeitet wird und bei konventionellen früchten pestizide enthalten sein können. der kuchen schmeckt am zweiten tag sogar noch besser, da die aromen Zeit haben, sich zu entfalten. bewahrt ihn in einer kuchenbox bei raumtemperatur auf. für eine besonders festliche variante könnt ihr den kuchen mit einem orangen-sirup tränken: kocht dafür 100 milliliter orangensaft mit 50 gramm zucker auf und träufelt die flüssigkeit über den noch warmen kuchen. wenn ihr keine springform habt, funktioniert auch eine normale runde kuchenform, dann solltet ihr sie aber großzügig einfetten und bemehlen oder mit backpapier auslegen.
die perfekte begleitung zum orangen-mandel-kuchen
Zu diesem mediterranen kuchen passt hervorragend ein süßer dessertwein wie ein moscato d’asti aus italien oder ein französischer muscat de beaumes-de-venise. Die fruchtige süße dieser weine harmoniert perfekt mit den zitrusaromen des kuchens. Für eine alkoholfreie alternative empfiehlt sich ein frisch aufgebrühter earl grey tee, dessen bergamotte-note wunderbar mit den orangen korrespondiert. Auch ein cappuccino oder ein doppelter espresso bildet einen gelungenen kontrast zur süße des gebäcks. Im sommer könnt ihr auch einen gekühlten orangensaft mit einem spritzer zitrone servieren, um die zitrusnoten zu unterstreichen. Für kinder eignet sich eine heiße schokolade besonders gut.
Zusätzliche Info
Dieser orangen-mandel-kuchen hat seine wurzeln in der sephardischen küche, wo er traditionell zum pessach-fest gebacken wird, da er ohne mehl auskommt. Die verwendung ganzer orangen ist keine moderne erfindung, sondern eine jahrhundertealte technik aus dem mittelmeerraum, wo zitrusfrüchte reichlich vorhanden sind. Besonders in spanien, portugal und nordafrika findet man ähnliche rezepte. Die methode, früchte mit schale zu verarbeiten, maximiert nicht nur den geschmack, sondern nutzt auch die wertvollen inhaltsstoffe der schale, wie ätherische öle und pektine. In italien kennt man eine verwandte variante mit zitronen, die ebenfalls komplett verwendet werden. Die glutenfreie eigenschaft machte diesen kuchen in den letzten jahren auch außerhalb der traditionellen kontexte sehr beliebt. Ernährungswissenschaftlich punktet er durch den hohen anteil an mandeln, die wertvolle proteine und gesunde fette liefern.



