In deutschen Backstuben gilt er als Klassiker, der Generationen verbindet: der Haselnuss-Schokoladenkuchen. Dieser saftige Kuchen übertrifft jede industriell gefertigte Nussschokolade durch seine intensive Aromatik und seine unvergleichliche Textur. Während Tafeln aus dem Supermarkt oft zu süß und künstlich schmecken, vereint dieser selbst gebackene Kuchen die Röstaromen gerösteter Haselnüsse mit edler dunkler Schokolade zu einem harmonischen Geschmackserlebnis.
Die Kombination aus gemahlenen Haselnüssen und hochwertiger Schokolade sorgt für eine außergewöhnliche Saftigkeit, die auch nach mehreren Tagen noch erhalten bleibt. Der Kuchen benötigt keine aufwendige Glasur oder Dekoration, denn seine Qualität spricht für sich. Mit dieser detaillierten Anleitung gelingt auch Backanfängern ein professionelles Ergebnis, das Familie und Freunde begeistern wird.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Form und des Ofens
Den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform mit Butter ausstreichen und mit Backpapier auslegen. Dieser Schritt verhindert, dass der Kuchen später am Boden kleben bleibt. Alternativ kann die Form auch komplett mit Backpapier ausgekleidet werden, was das spätere Herauslösen noch einfacher macht. Die vorbereitete Form beiseite stellen.
2. Schokolade und Butter schmelzen
Die dunkle Schokolade in kleine Stücke brechen und zusammen mit der gewürfelten Butter in eine hitzebeständige Schüssel geben. Im Wasserbad (eine Schüssel über einem Topf mit siedendem Wasser) bei niedriger Hitze langsam schmelzen lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit eine gleichmäßige, glänzende Masse entsteht. Wichtig ist, dass die Schokolade nicht zu heiß wird, da sie sonst ihre Struktur verliert und körnig werden kann. Die geschmolzene Masse vom Herd nehmen und auf Handwärme abkühlen lassen.
3. Eigelb und Zucker aufschlagen
Die Eier trennen und die Eigelbe in eine große Rührschüssel geben. Die Eiweiße in einer separaten, absolut fettfreien Schüssel aufbewahren. Zu den Eigelben 100 Gramm Zucker und den Vanilleextrakt geben. Mit dem Handrührgerät etwa 3 bis 4 Minuten auf höchster Stufe schlagen, bis die Masse deutlich heller wird und eine cremige Konsistenz erreicht. Die Masse sollte sichtbar an Volumen zunehmen und beim Anheben des Rührbesens Spuren auf der Oberfläche hinterlassen.
4. Schokoladenmasse einarbeiten
Die abgekühlte Schokoladen-Butter-Mischung zur Eigelbmasse geben und mit einem Schneebesen oder Teigschaber vorsichtig unterrühren. Dabei langsam und gleichmäßig arbeiten, damit sich beide Komponenten gut verbinden. Die gemahlenen Haselnüsse hinzufügen und ebenfalls gut unterrühren. Das Mehl, Backpulver, Kakaopulver und die Prise Salz in einem Sieb über die Schüssel geben und sieben. Dies sorgt für eine lockere Textur ohne Klumpen. Mit wenigen Zügen unterheben, bis gerade keine Mehlstreifen mehr sichtbar sind.
5. Eischnee herstellen
Die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Sobald sich Schaum bildet, die restlichen 50 Gramm Zucker nach und nach einrieseln lassen. Weiterschlagen, bis der Eischnee (steif geschlagenes Eiweiß) glänzt und feste Spitzen bildet. Der perfekte Eischnee sollte so fest sein, dass man die Schüssel umdrehen kann, ohne dass etwas herausfällt. Dies ist entscheidend für die luftige Struktur des Kuchens.
6. Eischnee unterheben
Etwa ein Drittel des Eischnees zur Schokoladenmasse geben und mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben. Diese erste Portion darf ruhig etwas kräftiger eingearbeitet werden, um die schwere Masse aufzulockern. Den restlichen Eischnee in zwei Portionen sehr behutsam unterheben. Dabei vom Rand zur Mitte arbeiten und die Schüssel dabei drehen. Wichtig ist, dass möglichst viel Luft im Teig bleibt, denn sie sorgt für die lockere Konsistenz des fertigen Kuchens.
7. Backen
Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und die Oberfläche glatt streichen. Die Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens schieben und etwa 45 bis 50 Minuten backen. Nach 30 Minuten die Oberfläche mit Alufolie abdecken, falls sie zu dunkel wird. Der Kuchen ist fertig, wenn ein Holzstäbchen in der Mitte noch leicht feucht, aber nicht mehr flüssig herauskommt. Ein zu trockener Kuchen verliert seinen charakteristischen saftigen Kern.
8. Abkühlen und fertigstellen
Den Kuchen im Ofen bei leicht geöffneter Tür 10 Minuten ruhen lassen, dann aus dem Ofen nehmen und vollständig in der Form abkühlen lassen. Dies dauert etwa 2 Stunden. Erst dann den Springformrand lösen und den Kuchen vorsichtig auf eine Kuchenplatte heben. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben. Der Kuchen schmeckt am besten, wenn er mindestens 4 Stunden oder über Nacht durchziehen konnte.
Tipp vom Chefkoch
Für ein noch intensiveres Aroma die Haselnüsse vor dem Mahlen in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten, bis sie duften. Danach vollständig abkühlen lassen und erst dann mahlen oder bereits gemahlene Haselnüsse kaufen. Der Kuchen lässt sich hervorragend einen Tag im Voraus backen, da er mit der Zeit noch saftiger wird. In einer Kuchendose bei Raumtemperatur bleibt er bis zu 5 Tage frisch. Wer möchte, kann den Kuchen auch mit einer Ganache (Schokoladen-Sahne-Glasur) überziehen oder mit gehackten Haselnüssen dekorieren.
Perfekte Getränkebegleitung
Zu diesem intensiven Schokoladenkuchen passt ein kräftiger Espresso oder ein Cappuccino, dessen Bitterkeit die Süße des Kuchens ausbalanciert. Für Teeliebhaber empfiehlt sich ein aromatischer Earl Grey oder ein Assam-Schwarztee, dessen malzige Note harmonisch mit den Röstaromen der Haselnüsse korrespondiert.
An kühleren Tagen schmeckt dazu auch eine heiße Schokolade mit einem Schuss Sahne wunderbar. Für besondere Anlässe kann ein Glas Dessertwein wie Banyuls oder ein süßer Sherry die Schokoladennoten noch verstärken. Kinder freuen sich über ein Glas kalte Milch, die perfekt zur Schokolade passt.
Zusätzliche Info
Der Haselnuss-Schokoladenkuchen hat seine Wurzeln in der österreichischen und deutschen Backtradition, wo Nüsse seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle in der Konditorei spielen. Besonders in Regionen mit Haselnussanbau entwickelten sich zahlreiche Rezeptvarianten, die den regionalen Rohstoff würdigten.
Die Kombination aus Haselnüssen und Schokolade wurde im 19. Jahrhundert populär, als Schokolade zunehmend erschwinglich wurde. Berühmte Konditoren wie Franz Sacher in Wien prägten diese Tradition mit Kreationen, die bis heute Maßstäbe setzen. Der besondere Charakter dieses Kuchens liegt in seiner Saftigkeit, die durch den hohen Nussanteil und die Verwendung von geschmolzener Schokolade entsteht.
Im Gegensatz zu klassischen Rührkuchen wird hier bewusst wenig Mehl verwendet, was dem Kuchen seine dichte, fast brownie-artige Konsistenz verleiht. Diese Backmethode macht ihn auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit interessant, da sich das Mehl leicht durch gemahlene Mandeln oder glutenfreie Alternativen ersetzen lässt.



