In deutschen Supermärkten stapeln sich die bunten Tütchen mit Schokopudding-Pulver. Schnell angerührt, in wenigen Minuten fertig – doch was dort als cremiges Dessert verkauft wird, hat mit echtem Schokoladenpudding wenig gemein. Künstliche Aromen, gehärtete Fette und eine Liste von Zusatzstoffen, die man kaum aussprechen kann, dominieren die Zutatenliste. Wer einmal selbst gemachten Schokopudding gekostet hat, versteht sofort, warum die industrielle Variante nicht mithalten kann. Die intensive Schokoladennote, die samtige Konsistenz und der pure Geschmack ohne chemischen Nachgeschmack machen den Unterschied. Dieser Artikel zeigt, wie einfach die Zubereitung tatsächlich ist und warum sich der kleine Mehraufwand lohnt.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Trockene Zutaten vorbereiten
Kakaopulver, Zucker, Speisestärke und eine Prise Salz in einer Rührschüssel gründlich vermischen. Diese Mischung durch ein feines Sieb geben, um Klümpchen zu vermeiden. Dieser Schritt ist wichtig, damit der Pudding später schön glatt wird und keine unschönen Stückchen enthält.
2. Schokolade zerkleinern
Die dunkle Schokolade in kleine Stücke hacken oder brechen. Je kleiner die Stücke, desto schneller schmilzt die Schokolade später. Eine Schokolade mit mindestens 50 Prozent Kakaoanteil sorgt für einen intensiven Geschmack, der an echte Schokolade erinnert und nicht an künstliches Aroma.
3. Milch erwärmen
400 ml Milch in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen, aber nicht kochen lassen. Die Milch sollte warm sein, aber noch nicht dampfen. Zu heiße Milch kann später die Stärke zu schnell binden und Klumpen verursachen.
4. Stärkemischung anrühren
Die restlichen 100 ml kalte Milch zur Kakaomischung geben und mit einem Schneebesen zu einer glatten Paste verrühren. Dabei darauf achten, dass keine Klümpchen entstehen. Diese Paste ist die Grundlage für die spätere Bindung des Puddings.
5. Pudding eindicken
Die Kakaopaste unter ständigem Rühren zur warmen Milch geben. Die Hitze etwas erhöhen und weiter rühren, bis die Mischung anfängt zu köcheln. Jetzt die gehackte Schokolade und den Vanilleextrakt hinzufügen. Weiter rühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist und der Pudding eine cremige Konsistenz erreicht hat. Dies dauert etwa 3 bis 5 Minuten. Der Pudding sollte vom Löffel tropfen, aber noch leicht flüssig sein, da er beim Abkühlen noch fester wird.
6. Pudding abfüllen
Den fertigen Pudding sofort in vorbereitete Dessertschalen oder Gläser füllen. Um eine Haut auf der Oberfläche zu vermeiden, kann man den Pudding direkt mit Frischhaltefolie abdecken, die die Oberfläche berührt. Alternativ die Oberfläche mit etwas Zucker bestreuen.
7. Pudding kühlen
Die Dessertschalen für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Der Pudding muss vollständig durchkühlen, um die richtige Konsistenz zu entwickeln. Je länger er kühlt, desto fester wird er. Über Nacht im Kühlschrank ist ideal.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch intensivere Schokoladennote kann man einen Teil der Milch durch Sahne ersetzen. Wer es weniger süß mag, reduziert einfach die Zuckermenge um 10 bis 20 Gramm. Der Pudding lässt sich auch wunderbar als Füllung für Torten verwenden oder als Basis für Desserts im Glas. Frisch geriebene Orangenschale verleiht dem Pudding eine besondere Note. Wichtig ist, während des Kochens ständig zu rühren, damit nichts anbrennt und keine Klumpen entstehen.
Passende Getränke zum Schokopudding
Ein selbst gemachter Schokopudding harmoniert wunderbar mit einem Glas kalter Milch, die den schokoladigen Geschmack abrundet. Auch ein Espresso oder Cappuccino passt hervorragend, da die Bitternote des Kaffees die Süße des Desserts ausgleicht. Für Erwachsene bietet sich ein Dessertportwein oder ein süßer Sherry an, deren Aromen die Schokoladennoten unterstreichen. Im Sommer erfrischt ein Eiskaffee oder eine kalte Schokoladenmilch als Begleitung.
Zusätzliche Info
Pudding gehört zu den ältesten Desserts der europäischen Küche. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Englischen und bezeichnete verschiedene gekochte Speisen. In Deutschland entwickelte sich der Schokoladenpudding im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Nachtisch, als Kakao erschwinglicher wurde. Die industrielle Herstellung von Puddingpulver begann in den 1950er Jahren und revolutionierte die Dessertkultur. Doch die Qualität litt unter der Massenproduktion. Selbst gemachter Pudding verwendet nur natürliche Zutaten: echte Schokolade statt Aromastoffe, reine Milch statt Milchpulver und Speisestärke als natürliches Bindemittel. Der Geschmacksunterschied ist enorm. Während Tütenpudding oft einen künstlichen, süßlichen Nachgeschmack hinterlässt, überzeugt die selbst gemachte Variante mit authentischem Schokoladengeschmack. Zudem lässt sich die Süße individuell anpassen und die Qualität der Schokolade selbst bestimmen. Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz der Zutaten – man weiß genau, was im Dessert steckt, ohne unaussprechbare Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel.



