Der österreichische Topfenkuchen gehört zu den beliebtesten Klassikern der alpinen Kaffeehaustradition. Dieser cremige Käsekuchen überzeugt durch seine luftig-leichte Konsistenz und den dezent säuerlichen Geschmack des Topfens, wie der Quark in Österreich genannt wird. In nur 45 Minuten Backzeit entsteht ein Dessert, das sowohl zum Sonntagskaffee als auch als festlicher Abschluss eines Menüs perfekt passt. Die Zubereitung erfordert keine Profikenntnisse, sondern lediglich etwas Fingerspitzengefühl beim Verarbeiten der Zutaten. Mit diesem Originalrezept gelingt der Topfenkuchen – also ein Kuchen auf Quarkbasis – garantiert und begeistert die ganze Familie.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Backform und des Ofens
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform gründlich mit weicher Butter einfetten und leicht mit Mehl bestäuben, damit sich der Kuchen später problemlos lösen lässt. Dieser Schritt ist wichtig, denn ein gut vorbereitetes Backgeschirr verhindert das Ankleben des empfindlichen Teiges.
2. Trennung der Eier
Die vier Eier sehr sorgfältig trennen. Das Eigelb kommt in eine große Rührschüssel, das Eiweiß in eine separate, absolut fettfreie Schüssel. Achtet darauf, dass kein Eigelb ins Eiweiß gelangt, denn selbst kleinste Mengen Fett verhindern, dass der Eischnee später steif wird. Die Trennung gelingt am besten mit kalten Eiern direkt aus dem Kühlschrank.
3. Zubereitung der Topfenmasse
Die weiche Butter mit 80 Gramm Zucker und den beiden Päckchen Vanillezucker schaumig rühren. Anschließend die Eigelbe einzeln unterrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Den Topfen mit einer Gabel auflockern und zur Butter-Ei-Mischung geben. Die abgeriebene Zitronenschale hinzufügen, denn sie verleiht dem Kuchen die typisch frische Note. Alles gut verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind.
4. Einarbeiten der trockenen Zutaten
Den Grieß mit dem Backpulver vermischen und vorsichtig unter die Topfenmasse heben. Der Grieß – also fein gemahlener Weizen – sorgt für die besondere Struktur und Bindung des Kuchens. Mit dem Teigschaber von unten nach oben arbeiten, damit die Masse ihre Luftigkeit behält. Diese Technik nennt man unterheben – dabei wird die Masse nicht gerührt, sondern behutsam gefaltet.
5. Schlagen des Eischnees
Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Sobald es Schaum bildet, die restlichen 40 Gramm Zucker nach und nach einrieseln lassen und weiterschlagen, bis glänzende, feste Spitzen entstehen. Ein perfekter Eischnee ist das Geheimnis für die luftige Konsistenz des Topfenkuchens. Wenn ihr die Schüssel umdreht, sollte der Schnee nicht herausfallen.
6. Vereinen von Eischnee und Teig
Etwa ein Drittel des Eischnees zur Topfenmasse geben und vorsichtig unterheben, um die Masse etwas aufzulockern. Dann den restlichen Eischnee in zwei Portionen behutsam unterheben. Arbeitet dabei zügig aber sanft, damit möglichst viel Luft im Teig bleibt. Jede ruckartige Bewegung würde die Luftbläschen zerstören und der Kuchen würde später kompakter werden.
7. Backen des Kuchens
Den Teig in die vorbereitete Springform füllen und die Oberfläche glattstreichen. Die Form auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und 45 Minuten backen. Nach etwa 30 Minuten könnt ihr die Oberfläche mit Backpapier abdecken, falls sie zu dunkel wird. Während des Backens die Ofentür nicht öffnen, sonst fällt der Kuchen zusammen. Der Kuchen ist fertig, wenn er goldbraun ist und sich beim leichten Drücken fest anfühlt.
8. Abkühlen und Stürzen
Den fertigen Kuchen im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Tür etwa 10 Minuten ruhen lassen. Dann aus dem Ofen nehmen und vollständig in der Form auskühlen lassen. Dieser Schritt ist entscheidend, denn ein zu früh gestürzter Topfenkuchen kann in sich zusammenfallen. Erst wenn er komplett abgekühlt ist, den Springformrand lösen und den Kuchen vorsichtig auf eine Kuchenplatte gleiten lassen.
9. Fertigstellung und Servieren
Den abgekühlten Kuchen großzügig mit Puderzucker bestäuben. Dafür am besten ein feines Sieb verwenden, damit der Zucker gleichmäßig verteilt wird und eine appetitliche, schneeweiße Oberfläche entsteht. Der Topfenkuchen schmeckt am besten leicht gekühlt und kann mit frischen Beeren oder einem Klecks Schlagsahne serviert werden.
Tipp vom Chefkoch
Verwendet unbedingt Topfen mit mindestens 20 Prozent Fettgehalt, denn Magertopfen macht den Kuchen trocken und brüchig. Falls ihr keinen österreichischen Topfen findet, funktioniert auch normaler Quark, den ihr vorher durch ein Sieb streicht, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Ein weiterer Profi-Tipp: Lasst alle Zutaten vor der Verarbeitung Raumtemperatur annehmen, dann verbinden sie sich besser und der Teig wird geschmeidiger. Wenn der Kuchen nach dem Backen in der Mitte leicht einfällt, ist das kein Fehler, sondern typisch für die authentische Zubereitung.
Die perfekte Begleitung zum Topfenkuchen
Zum österreichischen Topfenkuchen passt hervorragend eine Tasse kräftiger Melange – ein Wiener Kaffee mit aufgeschäumter Milch – oder ein milder Schwarztee mit einem Schuss Zitrone. Wer es edler mag, serviert dazu ein Glas österreichischen Süßwein wie einen Ruster Ausbruch oder einen Trockenbeerenauslese aus dem Burgenland. Die dezente Süße und die fruchtigen Aromen dieser Weine harmonieren perfekt mit der leicht säuerlichen Note des Topfens. Für Kinder und alle, die keinen Alkohol mögen, empfiehlt sich ein Glas frisch gepresster Apfelsaft oder eine Holunderblütenlimonade, die mit ihrer blumigen Frische einen schönen Kontrast zum cremigen Kuchen bildet.
Zusätzliche Info
Der Topfenkuchen ist seit Generationen fester Bestandteil der österreichischen Backkultur und findet sich auf nahezu jeder Kaffeehauskarte zwischen Wien und Salzburg. Seine Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Topfen als kostengünstiges und nährstoffreiches Milchprodukt in bäuerlichen Haushalten weit verbreitet war. Anders als der amerikanische Cheesecake wird der österreichische Topfenkuchen traditionell ohne Boden gebacken und zeichnet sich durch seine besonders luftige, souffléartige Konsistenz aus. Der Grieß, der anstelle von Mehl verwendet wird, verleiht dem Kuchen seine charakteristische, leicht körnige Struktur und macht ihn gleichzeitig bekömmlicher. In manchen Regionen Österreichs wird der Topfenkuchen auch mit Rosinen verfeinert oder mit einer Schicht Aprikosenmarmelade bestrichen. Die Bezeichnung Topfen stammt übrigens vom mittelhochdeutschen Wort topfe und bezeichnet den durch Gerinnung gewonnenen Frischkäse aus Kuhmilch.



